Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene

Hans Haedke

(9.5.1905 Hamburg - ?)
Kriminalsekretär Gestapo
Bleichenbrücke (Wirkungsstätte: Hamburger Gestapoleitstelle, Stadthaus)


„SS-Sturmführer. Er kam 1924 zur Schutzpolizei und von dort 1937 zur Gestapo. War in verschiedenen Sachgebieten zum Teil gleichzeitig beschäftigt wie II S, II A1 [Bekämpfung des Kommunismus], II A 3 [Bekämpfung staatsfeindlichen Ausländertums], zeitweise auch IV 1a1 [Sonderreferat zur Bekämpfung des Arbeiterwiderstandes]. Ihm wird zur Last gelegt, Angehörige der Widerstandsorganisation Bästlein-Jacob-Abshagen u. a. Bernhard Bästlein ‚verschärft vernommen‘, d. h. gefoltert zu haben.

Fuhr oft begleitet von Kriminalkommissar Schweim ins KZ-Neuengamme. In Zusammenarbeit mit der politischen Abteilung der Lagerkommandantur stellten beide Ermittlungen über sowjetische Kriegsgefangene an (Offiziere, Politoffiziere, Kommunisten, Juden etc.) Haedke nahm freiwillig an der Erschießung ausländischer Gefangener teil, so nach den Aussagen von Henry Helms auch an der Erschießung der fünf sowjetischen Mädchen in den Windsbergen in Hamburg Eidelstedt aus dem Noleiko-Betrieb.

Juli 1944 ging er im Auftrage des RSHA [Reichssicherheitshauptamt] zum ‚Sondereinsatz‘ nach Dänemark, wo er nach 1945 wegen ‚Kriegsverbrechen‘ zu 15 Jahren verurteilt wurde.“ 1)