Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene

Günther Riebow

(9.5.1901 Hamburg – 20.11.1980 Hamburg)
Dr. jur. Richter am Hamburger Amtsgericht, Vorsitzender des Norddeutschen Sport-Verbandes
Sievekingplatz
Adressen: Aumühle (bei Hamburg), Pfingstholzallee 2 (1940)


„seit 1928 Richter am Amtsgericht Hamburg. 1929 wurde er Vorsitzender des Norddeutschen Sport-Verbands und Mitglied des Bundesvorstands des Deutschen Fußball-Bundes. Nach 1933 setzte Riebow seine Verbandskarriere als Gaufachwart Fußball im Gau VII Nordmark des Deutschen Reichsbunds für Leibesübungen und 1937 als Bundesrechtswart im Stab des Reichsfachamtsleiters Fußball fort. Politisch gehörte er als ehemaliger Freikorpskämpfer und Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei zu den rechten Gegnern der Weimarer Republik. 1933 wurde er Mitglied der NSDAP. Während des Zweiten Weltkriegs verhängte Riebow als Kriegsgerichtsrat mindestens zwei Todesurteile.

Anfang 1943 geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Ein Militärgericht in Gorki verurteilte ihn wegen Kriegsverbrechen, die seine Einheit verübt hatte, zu 25 Jahren Besserungslager.
Ende 1953 wurde er vorzeitig in die Bundesrepublik entlassen. Die Hamburger Justizbehörde stellte ihn umgehend wieder ein; 1954 erfolgte seine Ernennung zum Landgerichtsdirektor. Zur selben Zeit wurde Günther Riebow 2. Vorsitzender des Norddeutschen Fußball-Verbands und Mitglied des DFB-Sportgerichts.“ [1]