Hans Schmalfuß
(28.3.1894 Hamburg – 13.3.1955 Hamburg)
Biochemiker
Jungiusstraße 19 (Wirkungsstätte)
Hans Schmalfuß, Sohn des Gynäkologen Gustav Schmalfuß und dessen Ehefrau studierte nach dem Abitur, das er 1912 bestand, in Jena Chemie. „1913 wurde er im Corps Thuringia Jena und (als 5. seiner Familie) im Corps Brunsviga Göttingen aktiv.“[1]
Am Ersten Weltkrieg nahm er als Soldat teil und schloss nach dem Krieg 1921 sein Studium an der Universität Hamburg mit einer Doktorarbeit bei Paul Rabe ab. Drei Jahre später wurde er habilitiert.
Von 1924 bis 1926 arbeitete er als Leiter der Abteilung für Organische Chemie und von 1925 bis 1941 als Leiter der Abteilung für Biochemie am Chemischen Staatsinstitut in Hamburg. 1928 wurde er zum Professor ernannt. In dieser Zeit heiratete er 1932 Helene Barthmeyer.
1931 veröffentlichte er in der Münchner Medizinischen Wochenschrift den Beitrag „‚Besserung des Körperhaushalts bei Hochzuchtmenschen: ‚In sich abgestimmte Menschen setzen sich unter passenden Bedingungen im Lebenskampf durch, ohne zu erkranken.‘“[2] 1941 trat er der NSDAP bei und wurde im selben Jahr Professor an der „Reichsuniversität Posen“. Dieses Amt, in dem im Sinne der NS-Ideologie gewirkt wurde, bekleidete er bis 1945. Ebenfalls fungierte er von 1941 bis 1945 als Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für landwirtschaftliche Gewerbeforschung und Vorratspflege.
Hier beschäftigte er sich mit der Ernährung von Soldaten.
Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus war Schmalfuß ab 1946 Professor im Wartestand an der Forschungsanstalt für Landwirtschaftliche Gewerbepflege in Giengen an der Brenz. 1950 ging er an die TH Hannover zum Institut für Angewandte Ernährungswissenschaft, wo er bis 1952 blieb. Drei Jahre zuvor hatte er 1947 Margarete Klimke geheiratet.
1951 war er einer der Gründer der Arbeitsgemeinschaft ernährungswissenschaftlicher Institute. Von ca., 1952 bis zu seinem Tod 1955 arbeitete er für die Deutsche Vacuum Oel AG in Hamburg.