Heinrich Sauer
(17. Oktober 1891 Mengeringhausen - 10. Oktober1952 Lüneburger Heide)
Philosoph
Peterstraße 41 Volksdorf (heißt heute Rehblöcken) (Privatadresse)
Nach der Ausbildung zum Postbeamten, holte Sauer 1911 das Abitur nach und studierte zwischen 1911 und 1915 in Berlin und Göttingen Philosophie, Mathematik, Chemie und Mineralogie für das höhere Lehramt. Er nahm eine Stelle als Studienassessor in Wiesbaden an und ging danach an ein Kieler Gymnasium, wo er als Studienrat tätig wurde. Sauer promovierte sich im Wintersemester 1922/23 an der Universität Kiel und schied 1924 aus dem Schuldienst aus, um an seiner Habilitation zu arbeiten. 1926 habilitierte er sich an der Universität Hamburg bei Ernst Cassirer. Daraufhin erhielt er einen Lehrauftrag für Philosophie der Mathematik und Naturwissenschaften. Zwar wurde er 1932 zum außerordentlichen Professor ernannt, allerdings hatte dies keine Auswirkungen auf seine Besoldung. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Entlassung Ernst Cassirers, gehörte Sauer im November 1933 zu den Unterzeichnern des „Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat“. Im Jahr 1937 trat er in die NSDAP ein und bekam eine feste Stelle als „wissenschaftlicher Hilfsarbeiter“, bevor er 1939 zum beamteten Professor ernannt wurde. Zwischen 1940 und 1945 war Sauer der einzige in Hamburg verbliebene Philosophiedozent, der das Fach vertrat; sämtliche Kollegen waren zum Kriegsdienst eingezogen. Ursprünglich mit Logik, Erkenntnistheorie, der Philosophie den Naturwissenschaften und der Geschichte der neueren Philosophie beschäftigt, wandte er sich im Nationalsozialismus von der NS-Weltanschauung favorisierten Autoren und Themen zu. So lehrte er „Fichtes Ethik“ oder „Nietzsches Stellung zu Volk und Staat“.
Zum Wintersemester 1945/46 konnte er seine Lehrtätigkeit an der Universität Hamburg wieder aufnehmen. Im Oktober 1952 starb er bei einem Verkehrsunfall.
Text: Katharina Tenti