Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene

Walkhoff, Fischindustrie

Alter Teichweg 55/57
Zwangsarbeitslager: Alter Teichweg 55/57


„Ostarbeiterlager“ mit eigener Küche und 51 nachgewiesenen Zwangsarbeiter*innen. Das Lager bestand von Mai 1943 bis November 1944.
In dem Lager waren auch Kinder untergebracht. Ein Kind war im Heimatland seiner Mutter in Russland zur Welt gekommen. Ein Kind verstarb im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn.

Wladislaw Diakow kam am 9.4.1940 im Dorf Simiawina/Russland zur Welt. (Geburtsdatum aus seinen Sterbedokumenten; die Ausländermeldekartei gibt den 4.7.1940 an)
Seine Mutter Marja Diakowa, geb. Markatowa, geb. am 21.4.1904 in Prosakowa/Russland, war verheiratet und katholischen Glaubens. Zusammen mit ihrem Sohn aus ihrer Heimat Russland verschleppt, musste sie in Hamburg-Dulsberg für die Walkhoff Fischindustrie Zwangsarbeit leisten. Sie war mit ihrem Sohn im Lager Alter Teichweg 55/57 untergebracht. Dort musste Wladislaw die kurze Zeit seines Lebens verbringen. Die Ernährungs- und Lebensbedingungen waren dort für ihn völlig unzureichend.

Am 4. März 1944 wurde er mit dem Verdacht auf Tuberkulose im Allgemeinen Krankenhaus Langenhorn aufgenommen. Fünf Tage später verstarb er dort am 9. März 1944 um 17:00 Uhr.
In der Todesanzeige des Krankenhauses ist als Todesursache „Meningitis Tbc“ und als unterzeichnender Arzt Blumenthal* angegeben.

Text: Margot Löhr